PFAS im Wasserkreislauf – unsichtbar, aber überall

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Termin

24. November 2026, online

Verschärfte PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser, sowie verbesserte analytische Verfahren führen zu einer steigenden Zahl von Nachweisen in Roh- und Trinkwasser.  

Damit rückt eine Stoffgruppe in den Fokus, die zentrale Fragen für Wasserversorger aufwirft. PFAS verdeutlichen exemplarisch, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse, analytische Möglichkeiten und regulatorische Anforderungen parallel entwickeln – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Betrieb, Investitionen und Verantwortung.  

Die Veranstaltung schafft Orientierung entlang dreier zentraler Leitfragen:  

  • Was gilt aktuell als wissenschaftlich gesichert?  
  • Wo zeigen sich konkrete Herausforderungen in der Praxis?  
  • Und welche Optionen stehen in Technik, Monitoring und Regulierung zur Verfügung

Ziel ist eine fundierte, anwendungsbezogene Einordnung zur sachgerechten Entscheidungsfindung. 

Themen
  • Eintragspfade in Boden, Grund- und Oberflächenwasser
  • PFAS-Analytik, Messmethoden und Monitoringstrategien
  • Bewährte Verfahren der Beseitigung & Aufbereitung (Aktivkohle, Ionenaustausch, Membrantechnik)
  • Umgang mit Reststoffen und Entsorgung
  • Aktuelle und kommende gesetzliche Anforderungen (EU & national)
  • Wirtschaftliche Bewertung unterschiedlicher Lösungsansätze
  • Verursacherprinzip und rechtliche Einordnung
  • Kommunikation mit Behörden und Öffentlichkeit
Zielgruppe
  • Technische Leitungen / Betriebsleitungen
  • Leitungen Wassergewinnung / Wasseraufbereitung
  • Projektmanager:innen (z. B. für Infrastruktur, Aufbereitungstechnik, Sanierung)
  • Fachingenieur:innen für Trinkwasser, Umwelttechnik, Verfahrenstechnik
  • Qualitäts- und Laborverantwortliche
  • Asset Manager:innen / Infrastrukturverantwortliche
Programm

Mit einem Klick auf den Tag wird Ihnen das detaillierte Programm angezeigt.
Das Programm als PDF zum Ausdrucken und Speichern finden Sie unten auf der Webseite unter "Programm drucken".
 

09:00 – 09:15

Begrüßung und Einführung

Johanna Tissot

Moderatorin

Block I: Herkunft und Analytik

9:15 – 10:00 Uhr

Vom Hotspot zur Fläche: Der Wandel der PFAS-Eintragspfade in die Umwelt

Die Aufmerksamkeit richtete sich lange vor allem auf lokale PFAS-Hotspots wie Flughäfen oder Industriestandorte. Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass atmosphärischer Ferntransport und Niederschläge zunehmend zu großräumigen PFAS-Einträgen beitragen können. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung dieser diffusen Belastungen für Grundwasser, Rohwasserressourcen und die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Dr. Daniel Zahn

Stellvertretender Departmentleiter Environmental Analytical Chemistry, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung 

10:00 – 10:45 Uhr

Das verdeckte PFAS-Potenzial – Jenseits der PFAS-20: Wie viel Belastung erfassen wir tatsächlich?

Die klassische Zielanalytik erfasst ausschließlich bekannte PFAS-Verbindungen. Vorläufersubstanzen und weitere fluororganische Verbindungen können dabei unentdeckt bleiben. Der Vortrag zeigt die Möglichkeiten und Grenzen von TOP-Assay, EOF-, AOF-Analytik und Non-Target-Screening auf und diskutiert, wie sich verborgenes PFAS-Potenzial in Wasserproben besser bewerten lässt.

Hanna Ulrich

Referat 54 – Monitoring, Wasserhaushalt, Warndienste, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

10:45 – 11:15 Uhr

Kaffeepause

Block II: Regulierung & Das TFA-Dilemma

11:15 – 11:45 Uhr

TFA im Fokus - Ewig im Glas, zwischen Schutz und Grenzwert

Mit Inkrafttreten des PFAS-4-Grenzwerts im Jahr 2028 steigen die Anforderungen an Monitoring und Aufbereitung weiter an. Parallel rückt Trifluoressigsäure (TFA) aufgrund neuer toxikologischer Bewertungen stärker in den Fokus. Der Vortrag erläutert den aktuellen Stand aus Sicht von Behörden, Wissenschaft und Regulierung.

Jochen Kuckelkorn

Fachgebietsleiter "Toxikologie des Trink- und Badebeckenwassers", Umweltbundesamt

11:45 – 12:30 Uhr

Grenzen der Aktivkohle: Herausforderungen bei kurzkettigen PFAS und TFA

Aktivkohle zählt zu den wichtigsten Technologien der PFAS-Entfernung. Ihre Leistungsfähigkeit hängt jedoch stark von der jeweiligen Substanz ab. Während langkettige PFAS häufig zuverlässig zurückgehalten werden, zeigen kurzkettige PFAS und insbesondere TFA deutlich geringere Adsorptionsraten. Der Vortrag diskutiert Durchbruchseffekte, Betriebskosten und alternative Aufbereitungsstrategien.

Peter Riedinger

Technischer Leiter Versorgung / Entsorgung, Stadtwerke Baden-Baden

12:30 – 13:30 Uhr

Mittagspause

Block III: Technische Praxis & Betrieb

13:30 – 14:15 Uhr

Von der Abtrennung zur Zerstörung: Neue Ansätze im PFAS-Management

Die Entfernung von PFAS aus Wasser löst die Entsorgungsfrage nicht automatisch. Daher rücken Verfahren zur Behandlung von Konzentraten und belasteten Filtermedien zunehmend in den Fokus. Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bei Ionenaustauschern sowie thermischen, elektrochemischen und oxidativen Zerstörungsverfahren.

Dr. Sebastian Reinecke

Leiter Wasser- und Umwelttechnologien, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

14:15 – 15:00 Uhr

Resiliente Rohwasserstrategien im Betrieb unter verschärften PFAS-Anforderungen

Nicht jede Belastungssituation lässt sich kurzfristig durch neue Aufbereitungsanlagen lösen. Der Vortrag zeigt anhand praktischer Beispiele, wie Brunnenmanagement, Quellsteuerung und Mischungskonzepte eingesetzt werden können, um Versorgungssicherheit und Trinkwasserqualität im Rahmen regulatorischer Anforderungen sicherzustellen.

Martina Steinbach

Abteilungsleitung Wassergüte, Hessenwasser

15:00 – 15:15 Uhr

Kaffeepause

Block IV: Ökonomie & Kommunikation

15:15 – 16:00 Uhr

Risikokommunikation in der Praxis: Vertrauenserhalt bei steigenden Messwerten und nicht-entfernbaren Stoffen

Fortschritte in der Analytik führen zunehmend zum Nachweis von Stoffen im Nanogramm-Bereich. Gleichzeitig sind einige Verbindungen wie TFA mit den heute verfügbaren Verfahren nur eingeschränkt entfernbar. Der Vortrag zeigt Strategien, wie Messbefunde transparent kommuniziert, gesundheitliche Risiken sachgerecht eingeordnet und Vertrauen in die öffentliche Wasserversorgung langfristig gestärkt werden können.

Olaf Kaspryk

Geschäftsführer, Stadtwerke Rastatt

16:00 – 16:30 Uhr

Abschlussdiskussion

16:30 Uhr

Ende der Veranstaltung

Stand: 15.10.2026

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Preise

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Kerstin Geißler
Projektmanagerin Organisation
Telefon+49 (0) 228 9188-735

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