Der DVGW fördert das Gas- und Wasserfach in allen technisch-wissenschaftlichen Belangen. In seiner Arbeit konzentriert sich der Verein insbesondere auf die Themen Sicherheit, Hygiene, Umwelt- und Verbraucherschutz. Mit der Entwicklung seiner technischen Regeln ermöglicht der DVGW die technische Selbstverwaltung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Hierdurch gewährleistet er eine sichere Gas- und Wasserversorgung nach international höchsten Standards. Der im Jahr 1859 gegründete Verein hat rund 14.000 Mitglieder. Hierbei agiert der DVGW wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral
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Referenteninterview mit Dr. Felix Heumer, Technischer Geschäftsführer, Süd‑Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft mbH (SOWAG)
Datum der Veröffentlichung: 04.05.2026
Blackouts, Extremwetter, Cyberrisiken: Die Herausforderungen für Wasserversorger nehmen zu. Warum ein strukturiertes Risikomanagement in diesen Fällen entscheidend ist, erklärt unser Referent Dr. Felix Heumer im Interview. Er zeigt, wie Unternehmen praxisnah in die Risikoanalyse einsteigen, Prioritäten setzen und langfristig ihre Versorgungssicherheit erhöhen. Mehr dazu erfahren Sie am 19. Mai 2026 bei unserer Online‑Veranstaltung „Risiko- und Krisenmanagement in der Wasserversorgung“. Herr Dr. Heumer hält dort einen Vortrag im Block Risikoanalyse & Rechtliche Grundlagen mit dem Titel „Risikomanagement im Wasserversorgungsunternehmen – Welche Grundlagen benötigen die Aufgabenträger zur Umsetzung der Anforderungen".
DVGW Kongress:
Herr Dr. Heumer, wenn ein Wasserversorgungsunternehmen ein Risikomanagement einführt: Womit sollte es ganz konkret anfangen?
Dr. Felix Heumer:
Die Arbeitsschritte im Risikomanagement sind grundsätzlich klar vorgegeben. Am Anfang steht, neben der Beschreibung des Versorgungsgebiets und der Anlagenstruktur, die Gefahrenanalyse. Gerade bei diesem ersten Schritt ist es wichtig, eine begrenzte Anzahl an Szenarien auszuwählen, damit die nachfolgenden Arbeitsschritte, also Risikoabschätzung und Risikobeherrschung, nicht zu umfangreich werden.
Ich empfehle, mit wenigen konkreten und praxisnahen Szenarien zu starten: etwa dem Ausfall einer systemrelevanten Komponente, einem Blackout oder standortspezifischen Gefahren wie Hochwasser oder Starkregen. So lassen sich die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und erforderliche Maßnahmen gezielt bewerten.
DVGW Kongress:
In der Praxis fehlen oft Zeit und Personal für ein professionelles Risikomanagement. Wie aufwendig ist eine systematische Risikoanalyse realistischerweise für ein Wasserversorgungsunternehmen wirklich?
Dr. Felix Heumer:
Der Aufwand ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. Eine systematische Risikoanalyse braucht Zeit, Fachwissen und die Einbindung verschiedener Bereiche. Der Nutzen überwiegt aus meiner Sicht aber deutlich.
Aus der Analyse lassen sich klare Prioritäten und Strategien ableiten. Das erhöht die Versorgungssicherheit und kann langfristig sogar zu Einsparungen führen, etwa durch gezieltere Investitionen oder geringere Personalaufwände. Diese Erfahrung haben wir auch in unseren Unternehmen gemacht. Wichtig ist, Not- und Krisenfälle künftig stärker bei Planung und Bemessung unserer Anlagen mitzudenken.
DVGW Kongress:
Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich intensiver mit Risiko- und Resilienzthemen in der Wasserversorgung zu beschäftigen?
Dr. Felix Heumer:
Eigentlich ist es immer ein guter Zeitpunkt, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Wir sind es als Gesellschaft gewohnt, dass sauberes Trinkwasser und eine funktionierende Abwasserbehandlung jederzeit verfügbar sind. Genau deshalb brauchen wir Pläne für den Fall, dass etwas einmal nicht wie gewohnt funktioniert.
In Zeiten außerhalb akuter Krisen haben wir die Möglichkeit, Strukturen und Maßnahmen in Ruhe vorzubereiten und im Ereignisfall wertvollen Vorlauf zu gewinnen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass natürliche Ereignisse, technische Störungen oder vorsätzliche Eingriffe die Wasserwirtschaft beeinträchtigen können. Mit Blick in die Zukunft kommen die Projektionen des Klimawandels, Cyberattacken und die geopolitische Lage als zusätzliche Herausforderungen hinzu. Deshalb sollten Risiko- und Resilienzthemen fester Bestandteil der strategischen Unternehmensentwicklung sein.
DVGW Kongress:
Vielen Dank, Herr Dr. Heumer, für das interessante Gespräch. Wir freuen uns schon, auf Ihren Vortrag bei unserer Online-Veranstaltung am 19. Mai 2026.
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