Der DVGW fördert das Gas- und Wasserfach in allen technisch-wissenschaftlichen Belangen. In seiner Arbeit konzentriert sich der Verein insbesondere auf die Themen Sicherheit, Hygiene, Umwelt- und Verbraucherschutz. Mit der Entwicklung seiner technischen Regeln ermöglicht der DVGW die technische Selbstverwaltung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Hierdurch gewährleistet er eine sichere Gas- und Wasserversorgung nach international höchsten Standards. Der im Jahr 1859 gegründete Verein hat rund 14.000 Mitglieder. Hierbei agiert der DVGW wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral
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Datum der Veröffentlichung: 07.08.2026
Die Mikrobiologie des Trinkwassers ist ein zentraler Bestandteil des Gesundheitsschutzes und der Trinkwasserhygiene. Mikroorganismen kommen natürlicherweise in Gewässern vor und können sowohl unbedenklich als auch gesundheitlich relevant sein. Ziel der Trinkwasseraufbereitung und -überwachung ist es, die mikrobiologische Qualität des Trinkwassers sicherzustellen und die Verbraucher vor wasserbedingten Infektionskrankheiten zu schützen. Da Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten meist nur in sehr geringen Konzentrationen auftreten und ihr direkter Nachweis aufwendig ist, werden im Rahmen der routinemäßigen Überwachung mikrobiologische Indikatororganismen untersucht.
Der Erfahrungsaustausch findet am 1. September 2026 in Leipzig statt.
Warum Indikatororganismen über die Wasserqualität entscheiden
Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Indikatorsystem für Fäkalverunreinigungen zu. Fäkalbakterien gelangen über menschliche oder tierische Ausscheidungen in Gewässer und können auf eine hygienische Beeinträchtigung des Wassers hinweisen. Als wichtige Indikatororganismen dienen insbesondere Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken. Ihr Nachweis zeigt an, dass eine fäkale Kontamination stattgefunden hat und somit die Möglichkeit besteht, dass auch krankheitserregende Mikroorganismen im Wasser vorhanden sind. Die Indikatororganismen selbst sind dabei nicht zwangsläufig die eigentliche Gesundheitsgefahr, sondern dienen als Stellvertreter für potenziell vorhandene Krankheitserreger. Das Indikatorsystem ermöglicht somit eine praktikable und zuverlässige Beurteilung der mikrobiologischen Sicherheit von Trinkwasser.
Die Untersuchungsergebnisse mikrobiologischer Analysen müssen jedoch stets fachlich bewertet werden. Ein positiver Nachweis von Indikatororganismen erfordert die Einordnung hinsichtlich Ausmaß, Ursache und möglicher Gesundheitsrisiken. Dabei fließen unter anderem folgende Aspekte in die Bewertung ein:
Auch einzelne Auffälligkeiten können auf technische Mängel, Einträge aus der Umgebung oder Störungen in der Wasseraufbereitung hinweisen. Daher ist die Bewertung der Untersuchungsergebnisse ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements in der Trinkwasserversorgung und bildet die Grundlage für gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit.
Das erwartet Sie in Leipzig
Der Erfahrungsaustausch am 1. September 2026 in Leipzig widmet sich aktuellen Fragestellungen rund um die mikrobiologisch-hygienische Untersuchung von Trinkwasser. Im Fokus stehen die aktuellen mikrobiologischen Untersuchungsverfahren, die zugrundeliegenden Normen der Trinkwasseranalytik sowie deren praktische Umsetzung im Laboralltag. Dabei werden sowohl die analytischen Anforderungen als auch die fachliche Bewertung und Einordnung von Untersuchungsergebnissen behandelt.
Behandelt werden die Analytik, die Aussagekraft sowie die Bewertung von Untersuchungsergebnissen zu:
Anhand von Praxisbeispielen werden typische Befundkonstellationen vorgestellt und deren Einordnung im Hinblick auf mögliche Kontaminationsquellen, hygienische Risiken und erforderliche Maßnahmen diskutiert.
Bakterien identifizieren: Von der Analytik zur Ursachenaufklärung
Ein weiterer Themenblock befasst sich mit der Identifizierung von Bakterien. Neben den analytischen Verfahren werden die Bedeutung und Interpretation von Identifizierungsergebnissen sowie deren Nutzen für die Ursachenaufklärung, Risikobewertung und Bewertung außergewöhnlicher Befunde behandelt. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in die praktische Anwendung moderner Identifizierungsverfahren und deren Grenzen im mikrobiologischen Laboralltag.
Legionellen in Trink- und Schwimmbadwasser
Ausführlich behandelt wird außerdem die Untersuchung von Trinkwasser und Schwimmbadwasser auf Legionellen. Vorgestellt werden die aktuellen Anforderungen an Probenahme und Analytik, die Auswertung und Ergebnisangabe sowie die fachliche Bewertung der Befunde. Praxisbeispiele aus Labor und Überwachung verdeutlichen den Umgang mit auffälligen Untersuchungsergebnissen und die Ableitung geeigneter Maßnahmen.
Pseudomonas aeruginosa: Risiko in technischen Anlagen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von Wasser aus wasserführenden technischen Anlagen auf Pseudomonas aeruginosa. Neben den analytischen Verfahren werden die hygienische Bedeutung des Parameters sowie die Bewertung und Einordnung der Untersuchungsergebnisse im Zusammenhang mit der Überwachung technischer Systeme und besonderer Risikobereiche erläutert.
Qualitätssicherung & Akkreditierung im Labor
Die Veranstaltung widmet sich darüber hinaus den Anforderungen an die Qualitätssicherung in mikrobiologischen Laboratorien. Thematisiert werden insbesondere:
Typische Feststellungen aus Begutachtungen der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) werden vorgestellt – gemeinsam werden Lösungsansätze für die praktische Umsetzung diskutiert.
Raum für Praxisfragen und kollegialen Austausch
Neben den Fachvorträgen bietet die Veranstaltung bewusst viel Raum für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Fragestellungen und Praxisfälle einzubringen, Untersuchungsergebnisse gemeinsam zu bewerten und unterschiedliche Herangehensweisen bei der Interpretation mikrobiologischer Befunde kennenzulernen. Der kollegiale Austausch zwischen Laboratorien, Behörden und weiteren Fachkreisen soll dazu beitragen, ein einheitliches Verständnis bei der Bewertung von Untersuchungsergebnissen zu fördern und praktische Lösungsansätze für den Laboralltag zu entwickeln.
Für wen ist die Veranstaltung geeignet?
Die Veranstaltung richtet sich an: