Veranstaltung: Erfahrungsaustausch zur mikrobiologisch-hygienischen Trinkwasseruntersuchung

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Datum der Veröffentlichung: 07.08.2026

 

Die Mikrobiologie des Trinkwassers ist ein zentraler Bestandteil des Gesundheitsschutzes und der Trinkwasserhygiene. Mikroorganismen kommen natürlicherweise in Gewässern vor und können sowohl unbedenklich als auch gesundheitlich relevant sein. Ziel der Trinkwasseraufbereitung und -überwachung ist es, die mikrobiologische Qualität des Trinkwassers sicherzustellen und die Verbraucher vor wasserbedingten Infektionskrankheiten zu schützen. Da Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten meist nur in sehr geringen Konzentrationen auftreten und ihr direkter Nachweis aufwendig ist, werden im Rahmen der routinemäßigen Überwachung mikrobiologische Indikatororganismen untersucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die hygienische Beurteilung von Trinkwasser erfolgt überwiegend anhand mikrobiologischer Indikatororganismen, da Krankheitserreger meist nur schwer direkt nachweisbar sind.
  • Escherichia coli und intestinale Enterokokken dienen als wichtigste Hinweise auf fäkale Verunreinigungen und mögliche hygienische Risiken.
  • Positive Nachweise müssen fachlich bewertet werden: Art des Organismus, Anzahl der Befunde, frühere Ergebnisse und die Gegebenheiten des Wasserversorgungssystems fließen in die Einordnung ein.
  • Der Erfahrungsaustausch behandelt die Analytik und Bewertung von coliformen Bakterien, E. coli, intestinalen Enterokokken, Clostridium perfringens, somatischen Coliphagen, Legionellen und Pseudomonas aeruginosa.
  • Weitere Schwerpunkte sind die Identifizierung von Bakterien sowie die Qualitätssicherung in mikrobiologischen Laboratorien nach DIN EN ISO/IEC 17025.

Termin:

Der Erfahrungsaustausch findet am 1. September 2026 in Leipzig statt.

Warum Indikatororganismen über die Wasserqualität entscheiden

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Indikatorsystem für Fäkalverunreinigungen zu. Fäkalbakterien gelangen über menschliche oder tierische Ausscheidungen in Gewässer und können auf eine hygienische Beeinträchtigung des Wassers hinweisen. Als wichtige Indikatororganismen dienen insbesondere Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken. Ihr Nachweis zeigt an, dass eine fäkale Kontamination stattgefunden hat und somit die Möglichkeit besteht, dass auch krankheitserregende Mikroorganismen im Wasser vorhanden sind. Die Indikatororganismen selbst sind dabei nicht zwangsläufig die eigentliche Gesundheitsgefahr, sondern dienen als Stellvertreter für potenziell vorhandene Krankheitserreger. Das Indikatorsystem ermöglicht somit eine praktikable und zuverlässige Beurteilung der mikrobiologischen Sicherheit von Trinkwasser. 

Die Untersuchungsergebnisse mikrobiologischer Analysen müssen jedoch stets fachlich bewertet werden. Ein positiver Nachweis von Indikatororganismen erfordert die Einordnung hinsichtlich Ausmaß, Ursache und möglicher Gesundheitsrisiken. Dabei fließen unter anderem folgende Aspekte in die Bewertung ein:

  • Die Art des nachgewiesenen Organismus
  • Die Anzahl der Befunde
  • Die Ergebnisse vorheriger Untersuchungen
  • Die Gegebenheiten des Wasserversorgungssystems

Auch einzelne Auffälligkeiten können auf technische Mängel, Einträge aus der Umgebung oder Störungen in der Wasseraufbereitung hinweisen. Daher ist die Bewertung der Untersuchungsergebnisse ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements in der Trinkwasserversorgung und bildet die Grundlage für gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit.

Das erwartet Sie in Leipzig

Der Erfahrungsaustausch am 1. September 2026 in Leipzig widmet sich aktuellen Fragestellungen rund um die mikrobiologisch-hygienische Untersuchung von Trinkwasser. Im Fokus stehen die aktuellen mikrobiologischen Untersuchungsverfahren, die zugrundeliegenden Normen der Trinkwasseranalytik sowie deren praktische Umsetzung im Laboralltag. Dabei werden sowohl die analytischen Anforderungen als auch die fachliche Bewertung und Einordnung von Untersuchungsergebnissen behandelt.

Diese Themen stehen im Fokus:

Behandelt werden die Analytik, die Aussagekraft sowie die Bewertung von Untersuchungsergebnissen zu: 

  • Coliforme Bakterien
  • Escherichia coli
  • Intestinale Enterokokken
  • Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)
  • Somatische Coliphagen
  • sowie weiteren relevanten mikrobiologischen Parametern

Anhand von Praxisbeispielen werden typische Befundkonstellationen vorgestellt und deren Einordnung im Hinblick auf mögliche Kontaminationsquellen, hygienische Risiken und erforderliche Maßnahmen diskutiert.

 

Bakterien identifizieren: Von der Analytik zur Ursachenaufklärung

Ein weiterer Themenblock befasst sich mit der Identifizierung von Bakterien. Neben den analytischen Verfahren werden die Bedeutung und Interpretation von Identifizierungsergebnissen sowie deren Nutzen für die Ursachenaufklärung, Risikobewertung und Bewertung außergewöhnlicher Befunde behandelt. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in die praktische Anwendung moderner Identifizierungsverfahren und deren Grenzen im mikrobiologischen Laboralltag.

Legionellen in Trink- und Schwimmbadwasser

Ausführlich behandelt wird außerdem die Untersuchung von Trinkwasser und Schwimmbadwasser auf Legionellen. Vorgestellt werden die aktuellen Anforderungen an Probenahme und Analytik, die Auswertung und Ergebnisangabe sowie die fachliche Bewertung der Befunde. Praxisbeispiele aus Labor und Überwachung verdeutlichen den Umgang mit auffälligen Untersuchungsergebnissen und die Ableitung geeigneter Maßnahmen.

Pseudomonas aeruginosa: Risiko in technischen Anlagen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von Wasser aus wasserführenden technischen Anlagen auf Pseudomonas aeruginosa. Neben den analytischen Verfahren werden die hygienische Bedeutung des Parameters sowie die Bewertung und Einordnung der Untersuchungsergebnisse im Zusammenhang mit der Überwachung technischer Systeme und besonderer Risikobereiche erläutert.

Qualitätssicherung & Akkreditierung im Labor

Die Veranstaltung widmet sich darüber hinaus den Anforderungen an die Qualitätssicherung in mikrobiologischen Laboratorien. Thematisiert werden insbesondere:

  • die interne Qualitätssicherung, beispielsweise die Nährmedienkontrolle gemäß DIN EN ISO 11133
  • die Verifizierung und Validierung von Prüfverfahren
  • die Anforderungen der Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025

Praxis-Tipp:

Typische Feststellungen aus Begutachtungen der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) werden vorgestellt – gemeinsam werden Lösungsansätze für die praktische Umsetzung diskutiert.

Raum für Praxisfragen und kollegialen Austausch

Neben den Fachvorträgen bietet die Veranstaltung bewusst viel Raum für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Fragestellungen und Praxisfälle einzubringen, Untersuchungsergebnisse gemeinsam zu bewerten und unterschiedliche Herangehensweisen bei der Interpretation mikrobiologischer Befunde kennenzulernen. Der kollegiale Austausch zwischen Laboratorien, Behörden und weiteren Fachkreisen soll dazu beitragen, ein einheitliches Verständnis bei der Bewertung von Untersuchungsergebnissen zu fördern und praktische Lösungsansätze für den Laboralltag zu entwickeln. 

Für wen ist die Veranstaltung geeignet?

Die Veranstaltung richtet sich an:

  • Mitarbeitende von Trinkwasser- und Umweltlaboren
  • Qualitätsmanagementbeauftragte
  • Fachkräfte aus Behörden
  • Wasserversorgungsunternehmen und weiteren Einrichtungen, die sich mit der mikrobiologischen Untersuchung von Trinkwasser, der Bewertung von Untersuchungsergebnissen sowie der Qualitätssicherung und Akkreditierung im Labor befassen.
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