Der DVGW fördert das Gas- und Wasserfach in allen technisch-wissenschaftlichen Belangen. In seiner Arbeit konzentriert sich der Verein insbesondere auf die Themen Sicherheit, Hygiene, Umwelt- und Verbraucherschutz. Mit der Entwicklung seiner technischen Regeln ermöglicht der DVGW die technische Selbstverwaltung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Hierdurch gewährleistet er eine sichere Gas- und Wasserversorgung nach international höchsten Standards. Der im Jahr 1859 gegründete Verein hat rund 14.000 Mitglieder. Hierbei agiert der DVGW wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral
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Datum der Veröffentlichung: 30. Januar 2026
Die Versorgungsnetze, über die wir unser Trinkwasser bekommen und über die unser Abwasser weggeleitet wird, sind teilweise viele Jahrzehnte alt. Manche der Rohre wurden noch vor oder kurz nach dem Krieg beim Wiederaufbau in die Erde eingebracht – ausgelegt auf deutlich weniger Menschen als sie mittlerweile nutzen. Heute ist es kompliziert, sie für Reparaturen zu erreichen. Doch das wird immer wieder nötig, viele dieser Rohre nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer – oder haben sie bereits überschritten.
Je älter die Infrastrukturen in der Wasserversorgung sind, desto häufiger treten Lecks auf. Durch diese gehen nicht nur große Wassermengen verloren sondern es können auch Verunreinigungen ins Trinkwasser gelangen.
Das Bundesumweltministerium hat eine nationale Wasserstrategie entworfen, die zehn Punkte umfasst. Einer dieser Punkte lautet „Wasserinfrastrukturen klimaangepasst entwickeln“. Das erfordert allerdings einen hohen planerischen und finanziellen Aufwand.
Im April 2025 veröffentlichte die BBH-Gruppe eine Studie, die sie im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) erstellt hat, um die notwendigen Investitionen in die Wasserwirtschaft bis zum Jahr 2045 zu ermitteln. Dafür wurden 300 Mitgliedsunternehmen des VKU befragt nach:
Die Ergebnisse der Studie mögen manche Unternehmen in der Wasserversorgung schockiert haben: Bis zum Jahr 2045 werden wahrscheinlich Investitionen von rund 800 Milliarden Euro nötig sein. Das entspricht einer Vervierfachung des bisherigen Investitionsbedarfs. Da manche Anpassungen an die Veränderungen durch den Klimawandel sich aber noch nicht absehen lassen, kann die Summe der notwendigen Investitionen auch noch höher ausfallen.
Angesichts der Höhe der notwendigen Investitionen drängt der VKU nachdrücklich darauf, dass Unternehmen der Wasserversorgung mit Mitteln aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität gefördert werden sollen.
Mittels eines Asset Managements lassen sich in Unternehmen der Wasserwirtschaft die Netze perfekt überwachen, was eine substanzorientierte Werterhaltung vereinfacht. Unternehmen können sich mithilfe moderner Technologien ein genaues Bild vom Zustand der Leitungen machen und so genau planen, wann und wo welche Arbeiten nötig sind.
Künstliche Intelligenz ist dabei ein Thema, mit dem sich Unternehmer:innen in der Wasserwirtschaft zwingend auseinandersetzen sollten. Durch die Analyse historischer und aktueller Daten in Mengen, die ohne KI nicht analysiert werden können (Stichwort Big Data) sind zahlreiche Verbesserungen möglich, etwa:
Wie es anders geht, zeigt sich beispielsweise in Leipzig: „In den vergangenen zehn Jahren konnten wir die Wasserverluste unter anderem durch umfangreiche Leitungssanierungen und gezielte Programme zur Erkennung und Beseitigung von Leckagen um etwa 15 Prozent auf das heutige Niveau reduzieren“, sagt Katja Gläß von den Leipziger Wasserwerken.
Ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan sieht vor, dass die Wasserwerke Leipzig pro Jahr 15 Kilometer der Leitungen in ihrem Versorgungsgebiet erneuern, Tendenz steigend: Bis zum Ende des Jahrzehntes sollen es dann bereits 25 Kilometer sein.
In Bad Homburg arbeiten die Wasserwerke mit dem 2021 gegründeten Unternehmen Preventio zusammen, das eine Technologie entwickelt hat, die Trinkwasserverluste früh entdecken oder sogar voraussagen kann. Es handelt sich um eine künstliche Intelligenz, die allein datenbasiert arbeitet und nicht auf Sensoren angewiesen sind. In den ersten drei Jahren hat die KI 15 Lecks in der Infrastruktur entdeckt.
Verantwortliche in der Wasserwirtschaft sollten eine genaue Bestandsaufnahme ihrer Infrastruktur machen und ihren Bedarf an Technik erkunden: