Der DVGW

Das Kompetenznetzwerk im Gas- und Wasserfach

Der DVGW fördert das Gas- und Wasserfach in allen technisch-wissenschaftlichen Belangen. In seiner Arbeit konzentriert sich der Verein insbesondere auf die Themen Sicherheit, Hygiene, Umwelt- und Verbraucherschutz. Mit der Entwicklung seiner technischen Regeln ermöglicht der DVGW die technische Selbstverwaltung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Hierdurch gewährleistet er eine sichere Gas- und Wasserversorgung nach international höchsten Standards. Der im Jahr 1859 gegründete Verein hat rund 14.000 Mitglieder. Hierbei agiert der DVGW wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral

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Gas / Energie 26.10.2026

Praxisbericht: Gaslecksuche per Drohne

Referenteninterview mit Jana Erdmann

 

Datum der Veröffentlichung: 26. Oktober 2026


Wie zuverlässig lassen sich Gaslecks aus der Luft aufspüren? Jana Erdmann gibt im exklusiven Interview Einblicke in erste Pilottests mit Drohnen. Sie erläutert, wo die Technik überzeugt, warum auffällige Messungen weiterhin vor Ort überprüft werden und welche Hürden vor einem flächendeckenden Einsatz noch zu überwinden sind.

DVGW Kongress:

Hallo Frau Erdmann, Sie sind Abteilungsleiterin Realisierungssteuerung/Disposition bei der Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas und werden am 10. November 2026 bei der Veranstaltung “Technikforum Methanemissionen KOMPAKT” einen Vortrag zum Thema "Praxisbericht: Gaslecksuche per Drohne" halten.

Wie zuverlässig ist die drohnengestützte Gaslecksuche im Vergleich zu bodengebundenen Verfahren, insbesondere hinsichtlich Nachweisgrenze, Fehlalarmen und schwierigen Wetterbedingungen?

Jana Erdmann:

Bei den bisher bei uns durchgeführten Pilottests konnten wir mit der drohnengestützten Gaslecksuche überzeugende Ergebnisse erzielen. Gleichzeitig sehen wir sie klar als Ergänzung zu den etablierten bodengebundenen Verfahren und nicht als vollständigen Ersatz.

Insbesondere außerhalb bebauter Gebiete hat sich die Detektion als zuverlässig erwiesen. Grenzen zeigen sich jedoch beispielsweise bei ungünstigen Wetterbedingungen oder in komplexen Umgebungen, in denen Querempfindlichkeiten zu Fehlalarmen führen können. Auch die Nachweisgrenze ist von der eingesetzten Sensorik und den jeweiligen Einsatzbedingungen abhängig. Entscheidend ist daher, je nach Umgebung und Aufgabenstellung das geeignete Verfahren einzusetzen beziehungsweise beide Verfahren sinnvoll miteinander zu kombinieren

DVGW Kongress:

Wie werden Drohnendaten in bestehende Entstörungs-, Dispositions- und Instandhaltungsprozesse überführt, damit aus einer Messauffälligkeit schnell eine konkrete Maßnahme vor Ort entsteht? 

Jana Erdmann:

Die drohnengestützte Gaslecksuche befindet sich bei uns aktuell noch in der Pilotphase. Daher ist bislang noch kein automatisierter Prozess zur direkten Überführung von Messauffälligkeiten in die bestehenden Entstörungs-, Dispositions- und Instandhaltungsprozesse etabliert. Derzeit werden auffällige Messergebnisse im Rahmen der regulären Instandhaltung oder durch gezielte Sonderbegehungen vor Ort verifiziert. Die Erfahrungen aus der Pilotphase bilden dabei die Grundlage, um zukünftig einen klar definierten und möglichst effizienten Folgeprozess zu entwickeln.

DVGW Kongress:

Wo liegen aktuell die größten Grenzen für einen flächendeckenden Einsatz, bei Flugrecht und Genehmigungen, Sensorik, Wirtschaftlichkeit oder Akzeptanz und welche Entwicklungen könnten diese Hürden überwinden?

Jana Erdmann:

Aktuell liegen die größten Hürden aus unserer Sicht im Zusammenspiel von Sensorik, Flugbedingungen, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Insbesondere konventionelle Drohnen werden in der Bevölkerung teilweise kritisch wahrgenommen, was einen großflächigen Einsatz zusätzlich erschweren kann. Querempfindlichkeiten und unterschiedliche Umgebungsbedingungen müssen ebenfalls weiter untersucht werden. Auffälligkeiten aus der Drohnenmessung werden deshalb derzeit noch durch eine Begehung vor Ort verifiziert. Gleichzeitig zeigen unsere Tests mit bis zu rund 50 km pro Tag bei zweifacher Befliegung, welches Potenzial die Technologie für größere Netzabschnitte bietet. Alternative Flugkonzepte wie eine Zeppelindrohne könnten künftig durch längere Flugzeiten, eine bessere Akzeptanz und erleichterte Genehmigungen weitere Hürden reduzieren.

DVGW Kongress:

Vielen Dank für das Interview, Frau Erdmann. Wir freuen uns, Sie bei unserer Veranstaltung Technikforum Methanemissionen KOMPAKT am 10. November 2026 begrüßen zu können und in den intensiven Austausch zu diesem spannenden Thema zu gehen.

Sie möchten mehr zum Thema Quantifizierende Messungen und Berichterstattung erfahren? Wir laden Sie am 10. November 2026 herzlich zu unserer Veranstaltung „Technikforum Methanemissionen KOMPAKT“ ein.
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