Der DVGW fördert das Gas- und Wasserfach in allen technisch-wissenschaftlichen Belangen. In seiner Arbeit konzentriert sich der Verein insbesondere auf die Themen Sicherheit, Hygiene, Umwelt- und Verbraucherschutz. Mit der Entwicklung seiner technischen Regeln ermöglicht der DVGW die technische Selbstverwaltung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Hierdurch gewährleistet er eine sichere Gas- und Wasserversorgung nach international höchsten Standards. Der im Jahr 1859 gegründete Verein hat rund 14.000 Mitglieder. Hierbei agiert der DVGW wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral
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Datum der Veröffentlichung: 24. April 2026
Der Klimawandel macht sich überall auf der Welt bemerkbar. Hitze und Dürren wechseln sich ab mit Starkregen und Überschwemmungen. Das Wasser wird knapper und die Atmosphäre heizt sich immer stärker auf. Davon ist unsere Versorgungswirtschaft ganz direkt betroffen. Es ist wichtig, dass Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung geeignete Anpassungsstrategien entwickeln.
Direkte Schäden durch den Klimawandel, so erklärt Andrea Hohendahl, Chefredakteur der HZ Insurance, verursachen jedes Jahr etwa 30 Milliarden US-Dollar Kosten in Hocheinkommensländern und rund 18 Milliarden US-Dollar in Mittel- und Niedrigeinkommensländern. Das treibt nicht nur die Versicherungssummen in die Höhe, sondern auch die notwendigen Investitionskosten. Energie- und Wasserversorger können auf unterschiedliche Weise betroffen sein.
Die Energieversorgung kann gleich mehrfach durch den Klimawandel beeinträchtigt werden – und zwar stärker, als bisherige Berechnungen in Betracht ziehen. Das erklärt Werner Götz von TransnetBW: „Das Wetter wird zum Schlüsselfaktor für die Versorgungssicherheit.“
Mögliche Beeinträchtigungen geschehen etwa…
Erschwerend kommt hinzu, dass manche Formen der Energieerzeugung wie die aus Erdgas, Erdöl, Steinkohle und Braunkohle viel CO₂ freisetzen, sodass die Auswirkungen des Klimawandels noch verstärkt werden. Auch wenn ihr Anteil an der Energieerzeugung sinkt, lag er 2024 noch bei 38,4 Prozent.
Hitzeperioden und Dürren können zu einem Wassermangel führen, der die Versorgung einschränkt. Auf der anderen Seite kann aber Starkregen, der zu Überflutungen führt, das Trinkwasser verunreinigen. Zudem können auch die Abwassersysteme überschwemmt und vorübergehend unbrauchbar werden.
Im weiten Feld der anstehenden notwendigen Veränderungen haben Politik und Versorger unterschiedliche Herausforderungen zu bewältigen.
Die Politik hat gleich mehrere große Aufgabenfelder zu bearbeiten: Im Bereich Energie sollte sie die Weichen für grenzüberschreitende Stromnetze stellen: „Ein klimaneutrales Energiesystem kann nur gelingen, wenn Europa als integrierter Energiemarkt handelt“, erläutern die Wissenschaftler Massimo Moser und Georgios Savvidis.
Hinsichtlich der Ressource Wasser fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen, „von überregionalen Verbindungen von Wasserversorgungssystemen über moderne Regenwasserbewirtschaftung bis hin zu naturnahen Lösungen wie Gewässer- und Moorrenaturierungen.“
Die Bundesregierung hat mit dem Bundesklimaanpassungsgesetz unter anderem Rahmenbedingungen für einen resilienten Ausbau der kritischen Infrastruktur gegeben. Nun ist sie gefragt, rasch verbindliche Regelungen und Normen für Risikoermittlung und Planung zur Verbesserung der Infrastruktur in der Versorgungswirtschaft zu schaffen. Andernfalls tappen die Anbieter überwiegend im Dunkeln, wenn sie ihre Versorgungsnetze klimaresilient ausbauen möchten.
Der Ausbau der Infrastruktur obliegt den Unternehmer:innen, die sie nutzen. Wichtig sind dafür laut den Risk Management Partners folgende Punkte:
Für Energieversorger kann es notwendig werden, überirdisch verlaufende Leitungstrassen aus Hochrisikogebieten zu verlegen. Wasserversorger sollten vor allem Lecks finden und reparieren sowie veraltete Infrastruktur erneuern und dabei den Erfordernissen des Klimawandels anpassen.
Für die Wasserinfrastruktur gibt es bereits ein Expertengutachten, das notwendige Investitionen von 800 Milliarden Euro für die nächsten 20 Jahre in Aussicht stellt. Der Spitzenverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft BDEW hat zudem einen Investitionsbedarf allein für die Energiewirtschaft von 721 Milliarden Euro bis 2030 errechnet. Er setzt sich zusammen aus:
Die Investitionen sind zwar hoch, aber notwendig – und sie kommen der Wirtschaft zugute.
Um sicherzugehen, dass Ihre Maßnahmen für mehr Resilienz Ihrer kritischen Infrastruktur fruchten, sollten Sie eine sorgfältige Risikobewertung vornehmen, die Entwicklungen der Auswirkungen des Klimawandels in Betracht ziehen und die Schwachstellen in der bestehenden Infrastruktur ausfindig machen.
Im Allianz Risk Barometer steht der Klimawandel auf dem sechsten Platz im Ranking der Top 10 Geschäftsrisiken für Deutschland: „Physische Schäden an Unternehmenswerten durch Extremwetterereignisse sind hier die Hauptbedrohung. Betroffen sind vor allem Versorger sowie Energie- und Industrieunternehmen. Es ist zu erwarten, dass Unternehmensrisiken auf dem Weg zur Klimaneutralität und Haftungsrisiken steigen werden, da Firmen viel Geld in neue, häufig kaum bewährte Technologien mit geringem CO₂-Ausstoß investieren müssen, um ihr Geschäftsmodell zu transformieren.“
Die notwendigen Investitionen sind hoch, allerdings verhindern sie Schäden, die durch den Klimawandel eintreten und die Kosten noch mehr in die Höhe treiben würden.